Case Study · Raumfahrt

Case Study: CO2M-Teleskopstruktur für die ESA-Erdbeobachtung

Gemeinsam schärfen wir den Blick auf unseren Planeten. Wie die Connova AG mit der Thales Alenia Space Schweiz AG die Teleskopstruktur für die Copernicus-Mission CO2M entwickelt, gefertigt und qualifiziert hat.

Veröffentlicht im Oktober 2026, Connova AG, Villmergen

0,02 mm

Positionsgenauigkeit an den optischen Schnittstellen der fertigen Baugruppe

0,2 mm

Formtoleranz der laminierten Einzelteile dank kompensiertem Spring-in

1
Aufspannung für alle Anschraubpunkte der Spiegeloptik auf dem CNC-Jig

Das Projekt in Kürze

Für die Copernicus-Mission CO2M hat die Connova AG aus Villmergen gemeinsam mit der Thales Alenia Space Schweiz AG die Teleskopstruktur eines optischen Instruments entwickelt, gefertigt und qualifiziert. CO2M soll erstmals aus dem Orbit messen, welcher Anteil des Kohlendioxids in der Atmosphäre aus menschlicher Aktivität stammt.

Die Struktur muss dafür über die gesamte Missionsdauer exakt ihre Form behalten: unter den Lasten des Starts, im Vakuum und über tausende Temperaturzyklen. Connova verantwortete die gesamte Wertschöpfung, von der Konzeptbewertung über die Materialbeschaffung bis zur qualifizierten Flughardware.

Das Ergebnis: bis zu 0,02 mm Positionsgenauigkeit an den optischen Schnittstellen. Wie das gelungen ist, lesen Sie auf dieser Seite. Die vollständige Case Study mit allen Bildern erhalten Sie kostenlos als PDF.

Das Projekt gehört zum Bereich CFK-Teleskopstrukturen für die Raumfahrt, einem Kernsegment unserer Composites für die Raumfahrt.

Qualifizierte CO2M-Teleskopstruktur der Connova AG für die ESA-Erdbeobachtung

CO2M-Teleskopstruktur – qualifizierte Baugruppe (Quelle: Connova AG)

Ihre Ansprechpartner zu diesem Projekt

Engineering, Produktion und Qualitätssicherung arbeiteten bei CO2M unter einem Dach. Sprechen Sie direkt mit den Personen, die Raumfahrtprojekte wie dieses verantworten.

Taylan Toprak

Head of Sales & Project Management · Connova Group

Diplomierter Luft- und Raumfahrtingenieur (TU München) mit über 30 Jahren Erfahrung in der Luft- und Raumfahrttechnik. Ihr Kontakt für Raumfahrtprojekte mit vergleichbaren Anforderungen.

Sebastian Preiss

Head of Engineering · Connova AG

Leitet das Engineering der Connova AG. Sein Team bewertete bei CO2M gemeinsam mit Thales Alenia Space Schweiz die Designansätze und berücksichtigte den Spring-in der Composite-Bauteile bereits in der Auslegung.

Silvan Ventura

Project Lead Space Structures · Connova Group

Spezialist für die Fertigung präziser CFK-Strukturen für die Raumfahrt. Verantwortlich für Teleskopstrukturen und optische Baseplates, von der Machbarkeitsstudie bis zur flugqualifizierten Auslieferung. Bei CO2M verantwortete er die Fertigung der Teleskopstrukturen.

Die vollständige Case Study kostenlos herunterladen

Im PDF finden Sie die ganze Projektgeschichte auf vier Seiten, ideal zum Weitergeben an Ihr Projektteam. Füllen Sie das Formular aus, wir senden Ihnen die Case Study direkt per E-Mail.

Das erwartet Sie im PDF

Titelseite der Case Study «CO2M Teleskopstruktur für die ESA Erdbeobachtung» als PDF
PDF · 4 Seiten · DE / EN

Projekt auf einen Blick

Kunde Thales Alenia Space Schweiz AG
Programm ESA Copernicus CO2M
Anwendung Teleskopstrukturen für Erdbeobachtungsinstrumente
Leistungsumfang Design, Materialbeschaffung, Fertigung, Assembly und Qualifikation
Technologien High-Performance Composites, Präzisionsbearbeitung, Raumfahrtqualifikation
Branche Raumfahrt / Earth-Observation-Missionen
Positionsgenauigkeit bis zu 0,02 mm an den optischen Schnittstellen
Formtoleranz Einzelteile 0,2 mm
Teleskopstruktur für die Copernicus-Mission CO2M in der Seitenansicht

Teleskopstruktur CO2M (Quelle: Connova AG)

Ausgangslage: Wie viel CO₂ stammt vom Menschen – und woher?

Über 190 Staaten haben sich im Pariser Klimaabkommen zu messbaren Emissionszielen verpflichtet. Wie viel Kohlendioxid tatsächlich aus menschlicher Aktivität stammt und aus welchen Regionen oder Anlagen, lässt sich heute nur näherungsweise bestimmen: Nationale Inventare beruhen überwiegend auf Hochrechnungen.

Diese Lücke soll die Copernicus Anthropogenic Carbon Dioxide Monitoring Mission (CO2M) schliessen. Die ESA entwickelt sie im Auftrag der Europäischen Union. Drei Satelliten liefern aus rund 735 Kilometern Höhe die Daten, um Emissionen über einzelnen Kraftwerken, Ballungsräumen, Regionen und ganzen Staaten zu erfassen und Klimaziele so unabhängig zu überprüfen.

Damit die Messung gelingt, muss das optische Instrument an Bord seine Form exakt halten. Hier kommt eine Struktur ins Spiel, die im Betrieb niemand je zu Gesicht bekommt: die Teleskopstruktur, entwickelt und gefertigt in Villmergen.

Die Herausforderung: formstabil im Orbit

Weltraumtaugliche Teleskopstrukturen müssen Anforderungen gleichzeitig erfüllen, die sich technisch gegenseitig im Weg stehen. Für CO2M galt es, die Spezifikationen des Instruments zu erfüllen und zugleich die strengen Vorgaben der europäischen Raumfahrtindustrie einzuhalten:

Konventionelle Bauweisen stossen bei dieser Kombination an ihre Grenzen. Gefragt ist eine Faserverbundkonstruktion, deren Verhalten schon in der Auslegung vollständig verstanden ist. Warum Faserverbund hier im Vorteil ist, zeigen die Eigenschaften von Composites.

CO2M-Teleskopstruktur mit den optischen Schnittstellen für die Spiegeloptik

Optische Schnittstellen der CO2M-Teleskopstruktur (Quelle: Connova AG)

Der Lösungsweg: von der Konzeptbewertung zur Flughardware

In der Konzeptphase bewerteten die Ingenieurteams von Connova und Thales Alenia Space Schweiz verschiedene Designansätze, um Steifigkeit, Masse, Schnittstellen und thermomechanisches Verhalten optimal zu vereinen. Weil Engineering, Produktion und Qualitätssicherung bei Connova im selben Haus arbeiten, blieben die Wege in allen Projektphasen kurz.

01 / Qualifikation

Verifikation und Qualifikation

Nach der Festlegung des Designs folgte ein umfassendes Verifikations- und Qualifikationsprogramm. An repräsentativen Coupons untersuchte Connova die mechanischen und thermomechanischen Eigenschaften der Composite-Laminate und der metallischen Werkstoffe. Zusätzlich wurde das Ausgasungsverhalten aller Materialien bewertet, einschliesslich des Klebstoffs. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für die finale Material- und Prozessfreigabe.

02 / Auslegung

Spring-in: kompensiert, bevor er entsteht

Beim Aushärten entstehen in Composite-Bauteilen richtungsabhängige Schwindungs- und Wärmeausdehnungseffekte, welche die Geometrie verändern: der sogenannte Spring-in. Connova hat diese Effekte bereits in der Auslegung analytisch und numerisch berücksichtigt und Geometrie, Laminataufbau und Fertigungswerkzeuge gezielt darauf angepasst. So liessen sich die laminierten Einzelteile innerhalb einer Formtoleranz von 0,2 mm fertigen.
03 / Fertigung

Präzision in jedem Fertigungsschritt

Den Laminataufbau positionierte Connova mittels lasergestützter Projektion exakt und reproduzierbar. Für Montage und Verklebung kamen eigens entwickelte Präzisions-Klebelehren zum Einsatz. Anschliessend wurden alle Anschraubpunkte für die Spiegeloptik auf einem CNC-Jig in einer einzigen Aufspannung nachbearbeitet. Das minimiert Toleranzketten über mehrere Bearbeitungsschritte und ergibt bis zu 0,02 mm Positionsgenauigkeit an den optischen Schnittstellen.

Das Ergebnis: qualifizierte Teleskopstrukturen für CO2M

Die qualifizierten Teleskopstrukturen erfüllen die Anforderungen des CO2M-Programms an Gewicht, Stabilität und Präzision. Dank des Full-Service-Ansatzes entstanden sämtliche Arbeitsschritte aus einer Hand, von der ersten Konzeptphase bis zur qualifizierten Baugruppe.

Die wichtigsten Kennwerte

Ein Projekt, das quer durch das Haus ging

«Der Erfolg beruht auf der engen Verzahnung der verschiedenen Abteilungen sowie auf der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Thales Alenia Space Schweiz. Durch den kontinuierlichen Austausch über alle Projektphasen hinweg konnten komplexe Anforderungen an Präzision, Materialien, Prozesse und Qualifikation zuverlässig in eine flugtaugliche Struktur überführt werden.»

– Sebastian Preiss, Head of Engineering, Connova AG

Blick in die CO2M-Teleskopstruktur mit den Aufnahmepunkten der optischen Komponenten

Blick in die Struktur – Aufnahmepunkte der optischen Komponenten (Quelle: Connova AG)

Leistungsumfang: alles aus einer Hand

Von der Werkstoffauswahl bis zur Nachweisführung nach ESA-Standards lag die Wertschöpfung bei Connova. So verteilten sich die Leistungen auf unsere Kompetenzbereiche:

Engineering & Entwicklung

Design, Werkstoffe, Auslegung

Design und Entwicklung der Teleskopstrukturen, Definition und Auswahl geeigneter Werkstoffe sowie die Auslegung mit kompensiertem Spring-in.

Composites

Material und Einzelteile

Beschaffung der qualifizierten Raumfahrtmaterialien und Herstellung der Einzelteile und Composite-Komponenten mit lasergestützt positioniertem Laminataufbau.

CNC-Bearbeitung

Präzisionsbearbeitung und Integration

Nachbearbeitung aller Anschraubpunkte der Spiegeloptik in einer Aufspannung, für bis zu 0,02 mm Positionsgenauigkeit an den optischen Schnittstellen.

Bearbeitung & Support

Montage, Tests, Dokumentation

Montage der Baugruppen mit Präzisions-Klebelehren, Qualifikations- und Abnahmetests sowie Dokumentation und Nachweisführung gemäss ESA-Standards.

Sie planen ein Raumfahrtprojekt mit vergleichbaren Anforderungen?

Sprechen Sie mit uns über Werkstoffe, Toleranzen und Qualifikation, oder lesen Sie zuerst die ganze Case Study. Gerne auch über unser Kontaktformular.

Häufige Fragen zum CO2M-Projekt

Was ist die Mission CO2M?

CO2M steht für Copernicus Anthropogenic Carbon Dioxide Monitoring Mission. Die ESA entwickelt sie im Auftrag der Europäischen Union. Drei Satelliten sollen aus rund 735 Kilometern Höhe messen, welcher Anteil des atmosphärischen Kohlendioxids menschlichen Ursprungs ist – über einzelnen Kraftwerken, Ballungsräumen, Regionen und ganzen Staaten. Damit lassen sich Klimaziele unabhängig überprüfen.

Die Connova AG aus Villmergen hat die Teleskopstruktur gemeinsam mit der Thales Alenia Space Schweiz AG entwickelt und gefertigt. Connova verantwortete die gesamte Wertschöpfung: Design, Werkstoffauswahl, Beschaffung der Raumfahrtmaterialien, Fertigung der Einzelteile, Präzisionsbearbeitung, Montage, Qualifikations- und Abnahmetests sowie die Dokumentation gemäss ESA-Standards.

Die fertige Baugruppe erreicht an den optischen Schnittstellen eine Positionsgenauigkeit von bis zu 0,02 mm. Die laminierten Einzelteile wurden innerhalb einer Formtoleranz von 0,2 mm gefertigt. Möglich machte das unter anderem die Nachbearbeitung aller Anschraubpunkte der Spiegeloptik in einer einzigen Aufspannung auf einem CNC-Jig.

Spring-in bezeichnet die Formänderung von Composite-Bauteilen beim Aushärten: Richtungsabhängige Schwindungs- und Wärmeausdehnungseffekte verändern die Geometrie. Connova hat diese Effekte bereits in der Auslegung analytisch und numerisch berücksichtigt und Geometrie, Laminataufbau und Fertigungswerkzeuge gezielt darauf angepasst.

Das vierseitige PDF beschreibt das Projekt von der Konzeptbewertung bis zur qualifizierten Baugruppe: Ausgangslage, Anforderungen, Verifikations- und Qualifikationsprogramm, Fertigungsdetails, Bildstrecke, Projektsteckbrief und Leistungsumfang. Sie erhalten es kostenlos per E-Mail, auf Deutsch oder Englisch.

Am einfachsten mit einem ersten Gespräch mit Taylan Toprak, Head of Sales & Project Management. In einer Machbarkeitsanalyse klären wir gemeinsam Anforderungen, Werkstoffe und Fertigungsroute. Sie erreichen ihn unter Taylan.Toprak@connova.com oder +41 56 619 10 95.

Weiterführend: Machbarkeitsanalyse und Beratung

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CO2M ist eine von mehreren europäischen Missionen, an denen Connova als Strukturpartner mitwirkt. Den Überblick finden Sie unter Missionsprogramme und Raumfahrt-Heritage.

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Über die Connova AG

Die Connova AG – New Ways in Composites entwickelt und fertigt in Villmergen kundenspezifische Composite-Bauteile, unter anderem für Luftfahrt, Raumfahrt, Motorsport und Automobil sowie Industrie und Automatisierung. Das Qualitätsmanagementsystem ist nach ISO 9001:2015 und der Luft- und Raumfahrtnorm EN 9100:2018 zertifiziert. Mehr über Standorte, Organisation und Werte erfahren Sie unter Über uns.

Hinweis: Das diesen Ergebnissen zugrundeliegende Projekt wurde im Rahmen eines Programms der European Space Agency (ESA) durchgeführt und gefördert. Die in dieser Veröffentlichung geäusserten Ansichten spiegeln keinesfalls die offizielle Meinung der ESA wider.

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