Case Study · Astronomie · Präzisionsstrukturen

Case Study: CFK-Spiegelhalter für das Giant Magellan Telescope

Gemeinsam richten wir den Blick auf die Sterne. Wie die Connova AG die Halterahmen für die Spiegel und das optische Gitter im G-CLEF-Spektrographen entwickelt, gefertigt und unter Vakuum getestet hat.

Projekt 2022–2024 · Case Study veröffentlicht im Oktober 2025 · aktualisiert im Oktober 2026 · Connova AG, Villmergen

CTE ≈ 0 K⁻¹

Auslegungsziel: keine thermische Ausdehnung der Halterahmen im Hochvakuum

14

INVAR36-Komponenten pro Baugruppe, jede verzugskontrolliert gefräst und nachbearbeitet

< 2 Jahre

von der Vertragsvergabe im November 2022 bis zur Endlieferung im September 2024

Quelle · Connova Group

Das Projekt in Kürze

Für den G-CLEF-Spektrographen des Giant Magellan Telescope (GMT) hat die Connova AG aus Villmergen die Halterahmen für die Spiegel M1 und M2 sowie den Stabilisator für das optische Gitter entwickelt und gefertigt. G-CLEF soll kleinste Veränderungen im Sternenlicht erfassen, unter anderem bei der Suche nach erdähnlichen Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems.

Dafür dürfen sich die Halterahmen im Hochvakuum und bei wechselnden Temperaturen nicht verformen. Connova übernahm die gesamte Umsetzung: Bauteil- und Prozesskonzeption, Konstruktion, Materialauswahl, Berechnung, Fertigung und Qualitätssicherung, dazu die Nachweiskonzepte und Prüfvorrichtungen.

Das Ergebnis: vollständig qualifizierte, unter realen Einsatzbedingungen validierte Bauteile, geliefert in nicht ganz zwei Jahren. Die ganze Projektgeschichte erhalten Sie kostenlos als PDF.

Weitere optische Präzisionsstrukturen aus CFK zeigen unsere Seiten CFK-Teleskopstrukturen und optische Baseplates im Bereich Composites für die Raumfahrt.

CFK-Halterahmen für den Spiegel M1 des G-CLEF-Spektrographen, gefertigt von der Connova AG

CFK-Halterahmen für Spiegel M1 (Quelle: Connova AG)

Ihre Ansprechpartner zu diesem Projekt

Engineering, Fertigung und Qualitätssicherung arbeiten bei Connova unter einem Dach. Sprechen Sie direkt mit den Personen, die optische Präzisionsstrukturen wie diese verantworten.

Taylan Toprak

Head of Sales & Project Management · Connova Group

Diplomierter Luft- und Raumfahrtingenieur (TU München) mit über 30 Jahren Erfahrung in der Luft- und Raumfahrttechnik. Ihr Kontakt für das GMT-Projekt und für Vorhaben mit vergleichbaren Anforderungen.

Sebastian Preiss

Head of Engineering · Connova AG

Leitet das Engineering der Connova AG. Konzeption, FEM-Berechnung und Konstruktion der G-CLEF-Halterahmen sind im Engineering in Villmergen entstanden.

Silvan Ventura

Project Lead Space Structures · Connova Group

Spezialist für die Fertigung präziser CFK-Strukturen für die Raumfahrt. Verantwortlich für Teleskopstrukturen und optische Baseplates, von der Machbarkeitsstudie bis zur flugqualifizierten Auslieferung.

Die vollständige Case Study kostenlos herunterladen

Im PDF finden Sie die ganze Projektgeschichte auf vier Seiten, mit Bildern, CAD-Modellen und Verformungsanalysen, ideal zum Weitergeben an Ihr Projektteam. Füllen Sie das Formular aus, wir senden Ihnen die Case Study per E-Mail.

Das erwartet Sie im PDF

Titelseite der Case Study «CFK Spiegelhalter für das Giant Magellan Telescope» als PDF
PDF · 4 Seiten · kostenlos

Projekt auf einen Blick

Projekt G-CLEF-Spektrograph («Large Earth Finder») des Giant Magellan Telescope
Teleskop Giant Magellan Telescope (GMT), Las-Campanas-Observatorium, Chile · geplante Inbetriebnahme 2030
Bauteile Halterahmen für die Spiegel M1 und M2, Stabilisator für das optische Gitter (Grating Stabilizer)
Werkstoffe Ultrahochmodul-Carbonfasern in Cyanatester-Matrix, Inserts aus INVAR36, vakuumfeste Verklebung
Auslegungsziele CTE ≈ 0 K-1, höchste Steifigkeit bei minimalem Gewicht, langfristige Stabilität, keine Ausgasung im Vakuum
Prüfung Thermische Zyklen und Vakuumtests mit der Universität Bern, Leistungsprüfung unter einsatznahen Bedingungen
Leistungsumfang Bauteil- und Prozesskonzeption, Konstruktion, Materialauswahl, FEM-Berechnung, Fertigung, Nachweiskonzepte, Prüfvorrichtungen, Qualitätssicherung
Projektzeitraum Sommer 2022 bis September 2024
Fertigung Connova AG, Villmergen (Schweiz)
CAD-Modell des CFK-Spiegelhalters M2 für den G-CLEF-Spektrographen

CAD-Modell Spiegelhalter M2 (Quelle: Connova AG)

Ausgangslage: Sind wir allein im Universum?

Die Frage, ob es Leben ausserhalb der Erde gibt, beschäftigt die Menschheit seit jeher. Das Giant Magellan Telescope (GMT) am Las-Campanas-Observatorium in Chile gehört zu den ehrgeizigsten astronomischen Projekten unserer Zeit. Nach der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2030 soll es mit einer zehnmal besseren Auflösung als das Hubble-Weltraumteleskop Sterne und Exoplaneten beobachten, besonders erdähnliche Planeten, deren Atmosphäre auf Hinweise auf Leben untersucht werden soll.

Ein zentrales Instrument des GMT ist der G-CLEF-Spektrograph, ein hochpräzises Messgerät, das kleinste Veränderungen im Sternenlicht erfasst. Damit diese Messungen in der nötigen Genauigkeit gelingen, müssen die optischen Komponenten extrem präzise und unabhängig von äusseren Einflüssen positioniert sein.

Genau hier kommt ein unscheinbares, aber entscheidendes Bauteil ins Spiel: der Halterahmen aus CFK, entwickelt und gefertigt von Spezialisten in Villmergen.

Die Herausforderung: Präzision im Nichts

Die Halterahmen für die Spiegel (M1, M2) und das optische Gitter (GS) im G-CLEF-Spektrographen dürfen sich auch unter extremen Bedingungen nicht verformen. Neben der aktiven Vibrationsisolierung der gesamten optischen Einheit stellt das der Halterahmen selbst sicher: Während der Messkampagnen im Hochvakuum darf er keinerlei Verformung erfahren. Die Auslegung folgte deshalb vier Kriterien:

Konventionelle Werkstoffe stossen hier an ihre Grenzen. Die Lösung liegt in hochentwickelten Verbundwerkstoffen, deren Verhalten bereits in der Auslegung exakt berechnet wird. Warum Faserverbund hier im Vorteil ist, zeigen die Eigenschaften von Composites.

CAD-Modell des CFK-Spiegelhalters M1 mit INVAR-Komponenten

CAD-Modell Spiegelhalter M1 (Quelle: Connova AG)

Der Lösungsweg: Werkstoff, Simulation, Nachweis

Die Connova AG wurde aufgrund ihrer Expertise in der Herstellung hochpräziser Composite-Strukturen ausgewählt und übernahm die gesamte Umsetzung. Drei Elemente machten die geforderte Nullausdehnung möglich:

01 / Werkstoff

Ultrahochmodul-Fasern und INVAR36

Zentrales Element ist die Kombination von Ultrahochmodul-Carbonfasern mit einer Cyanatester-Matrix. Mit diesem Werkstoff lässt sich bei geschickter Auslegung die geforderte Nullausdehnung erreichen. Für die Befestigung der optischen Komponenten und die Integration in die Messkammer kommen Komponenten aus INVAR36 zum Einsatz, einem Nickel-Eisen-Werkstoff mit ebenfalls minimalem Wärmeausdehnungskoeffizienten.

02 / Engineering

Simulationsgestützt ausgelegt

Die Konstruktion entstand FEM-basiert: Verformungsanalysen unter verschiedenen Belastungen ermöglichten präzises Finetuning bereits vor der Fertigung. Die komplexen CFK-Geometrien wurden mit extrem engen Toleranzen gefertigt. Pro Baugruppe kamen 14 INVAR-Komponenten hinzu, jeweils verzugskontrolliert gefräst und in einem mehrstufigen Bearbeitungs- und Thermoprozess nachbearbeitet.

03 / Nachweis

Getestet unter einsatznahen Bedingungen

In enger Abstimmung mit dem Kunden entwickelte Connova die Nachweiskonzepte sowie die Prüf- und Testvorrichtungen. Damit wurden die Bauteile in einer realistischen Umgebung auf Verformung, Temperaturwechsel und Vakuumbeständigkeit getestet, unter anderem mit thermischen Zyklen und Vakuumtests in Zusammenarbeit mit der Universität Bern.

Projektablauf: in nicht ganz zwei Jahren zur Endlieferung

Einem straffen Projektplan folgend haben die Spezialisten von Connova den Kunden mehr als zufriedengestellt.

Sommer 2022

Erstkontakt

Erstkontakt und Prüfung der Spezifikationen.

November 2022

Vertragsvergabe

Vertragsvergabe an die Connova AG in Villmergen.

Q4 2022 – Q2 2023

Engineering

FEM-Modellierung und CAD-Entwicklung.

Q3 2023 – Q3 2024

Fertigung und Integration

Fertigung der CFK-Bauteile und INVAR-Komponenten sowie Integration.

September 2024

Endlieferung

Lieferung der vollständig qualifizierten und validierten Bauteile.
Oktober 2025

Veröffentlichung

Veröffentlichung der Case Study und Sonderbeitrag im Composites United (CU) Report. Zur News

Das Ergebnis: makellose Bauteile, herausragende Testergebnisse

Connova lieferte die CFK-Spiegelhalter für M1, M2 und den Gitterstabilisator vollständig qualifiziert und unter realen Einsatzbedingungen validiert. Damit leistet Connova einen essenziellen Beitrag zum Giant Magellan Telescope.

Unsere Erfolgsfaktoren

Ein zufriedener Kunde

«Wir haben noch nie so makellose Verbundbauteile gesehen – und das bezog sich nicht nur auf die Oberfläche. Die Ergebnisse der Strukturtests waren einfach herausragend.»

– Leitender Ingenieur, G-CLEF-Projekt, bei der Endabnahme

FEM-Verformungsanalysen der CFK-Spiegelhalter bei verschiedenen Belastungen

Verformungsanalysen bei verschiedenen Belastungen (Quelle: Connova AG)

Leistungsumfang: alles aus einer Hand

Von der Bauteilkonzeption bis zur Endlieferung lag die Umsetzung bei der Connova AG. So verteilten sich die Leistungen auf unsere Kompetenzbereiche:

Engineering & Entwicklung

Konzeption, Berechnung, Nachweis

Bauteil- und Prozesskonzeption, Materialauswahl, FEM-Berechnung und Konstruktion sowie die Nachweiskonzepte in enger Abstimmung mit dem Kunden.

Composites

Ultrahochmodul-CFK

Fertigung der komplexen CFK-Geometrien aus Ultrahochmodul-Carbonfasern in Cyanatester-Matrix mit extrem engen Toleranzen und vakuumfester Verklebung.

CNC-Bearbeitung

INVAR36 und CFK präzise bearbeitet

14 INVAR-Komponenten pro Baugruppe mit verzugskontrollierter Fräsung und Nachbearbeitung, ergänzt durch die Präzisionsbearbeitung der CFK-Bauteile.

Bearbeitung & Support

Prüfung und Qualitätssicherung

Prüf- und Testvorrichtungen, thermische Zyklen und Vakuumtests mit der Universität Bern, Leistungsprüfung und Qualitätssicherung bis zur Endlieferung.

Sie entwickeln ein Instrument mit vergleichbaren Anforderungen?

Sprechen Sie mit uns über thermische Stabilität, Werkstoffe und Nachweisführung, oder lesen Sie zuerst die ganze Case Study. Gerne auch über unser Kontaktformular.

Häufige Fragen zum GMT-Projekt

Was ist das Giant Magellan Telescope?

Das Giant Magellan Telescope (GMT) ist eines der ehrgeizigsten astronomischen Projekte unserer Zeit und entsteht am Las-Campanas-Observatorium in Chile. Nach der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2030 soll es mit einer zehnmal besseren Auflösung als das Hubble-Weltraumteleskop Sterne und Exoplaneten beobachten, insbesondere erdähnliche Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems.

Die Connova AG hat für den G-CLEF-Spektrographen die CFK-Halterahmen für die Spiegel M1 und M2 sowie den Stabilisator für das optische Gitter (Grating Stabilizer) entwickelt, gefertigt, geprüft und geliefert. Die Bauteile wurden vollständig qualifiziert und unter realen Einsatzbedingungen validiert.

Die Halterahmen dürfen sich im Hochvakuum und bei Temperaturwechseln nicht verformen. Ultrahochmodul-Carbonfasern in einer Cyanatester-Matrix erreichen bei geschickter Auslegung eine Wärmeausdehnung von nahezu null (CTE ≈ 0 K⁻¹) bei höchster Steifigkeit und minimalem Gewicht. INVAR36, ein Nickel-Eisen-Werkstoff mit minimalem Wärmeausdehnungskoeffizienten, dient zur Befestigung der Optik und zur Integration in die Messkammer.

Connova entwickelte gemeinsam mit dem Kunden die Nachweiskonzepte sowie eigene Prüf- und Testvorrichtungen. Die Bauteile wurden unter realistischen Bedingungen auf Verformung, Temperaturwechsel und Vakuumbeständigkeit geprüft, unter anderem mit thermischen Zyklen und Vakuumtests in Zusammenarbeit mit der Universität Bern.

Das vierseitige PDF beschreibt das Projekt von der Spezifikationsprüfung bis zur Endlieferung: Ausgangslage, Auslegungskriterien, Werkstoffkonzept, Projektablauf, Erfolgsfaktoren, Kundenfeedback sowie CAD-Modelle und Verformungsanalysen. Sie erhalten es kostenlos per E-Mail.

Am einfachsten mit einem ersten Gespräch mit Taylan Toprak, Head of Sales & Project Management. In einer Machbarkeitsanalyse klären wir gemeinsam Anforderungen, Werkstoffe und Fertigungsroute. Sie erreichen ihn unter Taylan.Toprak@connova.com oder +41 56 619 10 95.

Weiterführend: Machbarkeitsanalyse und Beratung

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Das GMT-Projekt ist eines von mehreren Präzisionsprojekten, bei denen Connova als Strukturpartner mitwirkt. Alle Projekte finden Sie in der Übersicht Case Studies und Referenzprojekte.

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Über die Connova AG

Die Connova AG – New Ways in Composites ist ein führender Anbieter von kundenspezifischen Composite-Bauteilen und massgeschneiderten Dienstleistungen. Wir lösen komplexe Leichtbau-Aufgaben für Kunden aus Luftfahrt, Raumfahrt, Motorsport und Automobil sowie vielen weiteren spezialisierten Industrien, mit konsequenter Kundenorientierung, erstklassigem Engineering, höchster Produktqualität und Liefertreue. Echtes Swiss Made.

Das Qualitätsmanagementsystem ist nach ISO 9001:2015 und der Luft- und Raumfahrtnorm EN 9100:2018 zertifiziert. Mehr über Standorte, Organisation und Werte erfahren Sie unter Über uns.

Auch in der Fachpresse: Das GMT-Projekt wurde in einer zweiseitigen Sonderveröffentlichung im Composites United (CU) Report vorgestellt.

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